Kurz zusammengefasst
Eine einzelne, unstrukturierte Merkliste in einem B2B Shop wird mit der Zeit unübersichtlich, weil sie alle Produktbereiche vermischt. Die Lösung: mehrere thematisch getrennte, teilbare Favoritenlisten statt einer großen Liste. Dieser Artikel zeigt, wie Sie Ihre Bestellstruktur sinnvoll organisieren. Suchen Sie stattdessen nach Zeitersparnis beim eigentlichen Bestellvorgang? Das behandelt unser Artikel „Warum wiederkehrende Bestellungen oft unnötig Zeit kosten„.
Viele B2B-Shops bieten Merklisten an, um wiederkehrende Bestellungen zu vereinfachen. Das ist grundsätzlich sinnvoll. In der Praxis stoßen klassische Merklisten jedoch schnell an ihre Grenzen – nicht weil das Bestellen selbst zu langsam wäre, sondern weil die Liste selbst mit der Zeit zu einer unstrukturierten Sammlung wird.
Das hat einen einfachen Grund: B2B-Einkauf ist strukturell komplexer als privates Online-Shopping. Während ein B2C-Kunde meist einzelne, unzusammenhängende Produkte kauft, bestellen B2B-Einkäufer wiederkehrend für unterschiedliche Abteilungen, Projekte und Maschinen – warum diese Komplexität kein Zufall, sondern die Regel ist, haben wir bereits in „B2B eCommerce — nur die kleine Schwester des B2C?“ eingeordnet. Wie ernst das Problem ist, zeigt eine aktuelle Studie von Emporix und dem Marktforscher ONE8Y aus dem Jahr 2026: Rund 74 % der befragten B2B-Einkäufer:innen gaben an, bei zu komplizierten Bestellprozessen den Anbieter zu wechseln. Eine einzelne Merkliste, die für alle diese Fälle gleichzeitig funktionieren soll, gerät dadurch fast zwangsläufig an ihre Grenzen – mit spürbaren Folgen für die Kundenbindung.
Herr Meyer arbeitet im Einkauf eines mittelständischen Unternehmens. Er bestellt regelmäßig Produkte für unterschiedliche Bereiche:
Zu Beginn speichert er häufig benötigte Artikel in einer Merkliste. Nach einigen Monaten befinden sich dort bereits deutlich mehr Produkte, als er ursprünglich eingeplant hatte. Nach einigen Jahren wird die Liste immer länger und zunehmend unübersichtlicher.
Die Folge: Mitarbeiter müssen innerhalb der Merkliste selbst erneut suchen, filtern und sortieren – der eigentliche Vorteil der Liste geht verloren.
Viele Unternehmen betrachten wiederkehrende Bestellungen als einen einzigen, homogenen Prozess. In der Realität existieren jedoch verschiedene Beschaffungsszenarien:
Eine einzelne Merkliste kann diese Struktur nicht sinnvoll abbilden – unabhängig davon, wie schnell die Suchfunktion selbst ist. Das ist ein verwandtes, aber eigenständiges Problem zu dem, was wir in „Warum Ihre Kunden Produkte nicht finden – obwohl sie genau wissen, was sie bestellen möchten“ beschrieben haben: Dort geht es um die Produktsuche im gesamten Katalog, hier um die Struktur innerhalb der eigenen, selbst angelegten Liste. Beide Probleme verstärken sich gegenseitig, wenn sie gleichzeitig auftreten.
| Kriterium | Eine klassische Merkliste | Mehrere Favoritenlisten |
| Struktur | Alle Produkte in einer flachen Liste | Thematisch getrennt (Abteilung, Projekt, Maschine) |
| Suchaufwand bei Wachstum | Steigt proportional mit der Listenlänge | Bleibt pro Liste konstant überschaubar |
| Team-Nutzung | Meist nur ein Nutzer, unübersichtlich bei mehreren | Gezielt teilbar pro Team/Schicht |
| Neukunden-Einstieg | Leere Liste, Kunde muss selbst befüllen | Vorab anhand bekannter Bestelldaten strukturierbar |
| Fehleranfälligkeit | Steigt mit unübersichtlicher Listenlänge | Sinkt durch klare thematische Zuordnung |
Der grundsätzliche Ansatz lässt sich unabhängig vom eingesetzten Shopsystem umsetzen: Anstatt alle Produkte in einer einzigen Merkliste zu sammeln, sollten Anwender mehrere thematisch getrennte Listen anlegen und individuell organisieren können. In DIASales ist das als Favoritenlisten-Funktion umgesetzt, zum Beispiel:
Jede Liste wird separat gepflegt und genutzt.
Eine gut strukturierte Favoritenliste tut mehr, als nur Suchzeit zu sparen: Wenn Mitarbeiter aus einer klar benannten, thematisch sortierten Liste bestellen, sinkt auch das Risiko, versehentlich die falsche Variante oder Menge auszuwählen. Wie groß dieses Risiko in der Praxis ist, zeigt eine Studie von Sana Commerce und SAPIO Research: Bei deutschen B2B-Einkäufer:innen zählen ungenaue Informationen (40 %), unzureichende Suchfunktionen (30 %) und sonstige Ungenauigkeiten im Webshop (34 %) zu den häufigsten Ursachen für Fehlbestellungen – ein Fehlerrisiko, das eng mit unstrukturierten Produktlisten zusammenhängt, wie wir auch in „Warum Bestellungen trotz Digitalisierung immer noch Fehler enthalten“ beschrieben haben. Voraussetzung dafür sind allerdings auch saubere Produktdaten im Hintergrund – warum reine ERP-Systeme dafür oft nicht ausreichen, erklären wir in „Warum Händler ein PIM-System benötigen“. Struktur zahlt damit doppelt: weniger Suchaufwand und weniger Fehlbestellungen.
Zwischenfazit: Wenn Ihre Merkliste heute schon unübersichtlich ist, hilft mehr Suchfunktion allein nicht weiter – entscheidend ist die Struktur dahinter, unabhängig davon, mit welchem Shopsystem Sie arbeiten.
Neben persönlichen Favoritenlisten können Listen auch gemeinsam genutzt werden – mehrere Mitarbeiter greifen dann auf dieselbe Liste zu. Das ist besonders hilfreich bei:
Alle Beteiligten arbeiten mit derselben Struktur und denselben Artikeln – Rückfragen wie „Welche Variante hat der Kollege letztes Mal bestellt?“ entfallen.
Favoritenlisten sind nicht nur ein Werkzeug für bestehende Nutzer des DIASales-Onlineshops. Sie eignen sich auch, um Bestandskunden Schritt für Schritt an digitale Bestellprozesse heranzuführen. In vielen Projekten kennt DIA bereits die Produkte, die ein Kunde regelmäßig bestellt. Statt den Kunden mit einem vollständigen Produktkatalog zu konfrontieren, werden bei DIASales B2B Online Shops bereits vor dem Go-Live strukturierte Favoritenlisten angelegt, zum Beispiel:
Der Kunde findet dadurch direkt die für ihn relevanten Produkte, statt sich durch tausende Artikel zu klicken. Das trifft einen zentralen Trend im B2B-Einkauf:
Laut einer McKinsey-Studie aus dem Jahr 2020 bevorzugen 70-80 % der B2B-Einkäufer:innen weltweit die digitale Auftragsabwicklung – besonders ausgeprägt bei Wiederholungskäufen. Ein vorstrukturierter Einstieg mit relevanten Favoritenlisten kommt dieser Erwartung von Anfang an entgegen, statt Kunden mit einem leeren Katalog zu konfrontieren.
Möglich wird dieser vorstrukturierte Einstieg oft dadurch, dass die Bestelldaten bereits aus dem angebundenen ERP- oder Warenwirtschaftssystem bekannt sind. Wie DIASales, ERP-System und Warenwirtschaft dafür zusammenspielen, erklären wir ausführlich in „Digitale Transformation: Wie Ihr ERP-System, Warenwirtschaftssystem und DIASales Ihr Unternehmen voranbringen“.
Die Frage lautet nicht „Haben wir eine Merkliste?“, sondern „Wie ist unsere Bestellstruktur organisiert?“. Mit mehreren, thematisch getrennten Favoritenlisten schaffen Unternehmen Übersicht, wo eine einzelne große Liste zwangsläufig unübersichtlich wird. Wie viel Zeit das beim eigentlichen Bestellvorgang zusätzlich spart, behandelt der Schwester-Artikel „Warum wiederkehrende Bestellungen oft unnötig Zeit kosten“ im Detail.
Wie viele Favoritenlisten kann ich in DIASales anlegen? Es gibt keine feste Obergrenze – Anwender können so viele thematische Listen anlegen, wie für die eigene Bestellstruktur sinnvoll sind (z. B. nach Abteilung, Projekt oder Maschine).
Können mehrere Mitarbeiter dieselbe Favoritenliste nutzen? Ja. Favoritenlisten lassen sich als geteilte Listen anlegen, auf die mehrere berechtigte Nutzer gleichzeitig zugreifen können – etwa für Einkaufsteams oder im Schichtbetrieb.
Was ist der Unterschied zwischen einer Merkliste und mehreren Favoritenlisten? Eine klassische Merkliste ist eine einzelne, flache Liste für alle Produkte. Favoritenlisten erlauben stattdessen mehrere separate, thematisch organisierte Listen – das bleibt auch bei wachsender Artikelzahl übersichtlich.
Können Favoritenlisten schon vor dem Go-Live eines neuen Kunden angelegt werden? Ja – Bei Online-Shops basierend auf DIASales werden auf Basis bekannter Bestelldaten vorstrukturierte Listen angelegt, damit neue Kunden direkt mit einer relevanten Auswahl statt einem leeren Katalog starten.
Eignen sich Favoritenlisten auch für saisonale oder projektbezogene Bestellungen? Ja, dafür sind sie besonders geeignet – eine eigene Liste pro Projekt oder Saison lässt sich bei Bedarf archivieren oder reaktivieren, ohne die übrigen Listen zu vermischen.
Gerne zeigen wir Ihnen:
👉 Jetzt Termin vereinbaren: https://dia.help/johannes