Kurz zusammengefasst

Viele Unternehmen digitalisieren Beschaffung, Auftragsbearbeitung und interne Prozesse getrennt voneinander – als isolierte Einzelprojekte statt als zusammenhängendes System. Dieser Artikel zeigt, warum das den größten Digitalisierungs-Hebel verschenkt, und was eine durchgängige Lösung dafür leisten muss.

Ein verbreitetes Muster bei der Digitalisierung im technischen Handel 

Digitalisierung im technischen Handel verläuft häufig in Einzelschritten: zuerst ein neues Bestellportal, dann eine Schnittstelle zum ERP, später vielleicht eine Punchout-Anbindung für einen einzelnen Großkunden. Jeder Schritt für sich ergibt Sinn – in der Summe entsteht daraus aber oft ein Flickenteppich aus Insellösungen, die nicht miteinander sprechen. 

Wie verbreitet das Problem ist, zeigt eine Studie von Publicis Sapient: Nur 44 % der Unternehmen verfügen über eine konsistente Datenarchitektur, obwohl 89 % die Beschleunigung der digitalen Transformation als notwendig erachten. 56 % nennen die bestehende Komplexität der Systemlandschaft als größten Bremsfaktor. Eine ergänzende Studie von Emporix und ONE8Y kommt zu einem ähnlichen Befund auf Anbieterseite: 53 % der befragten B2B-Anbieter nennen IT-Architektur und Systemlandschaft als größte strategische Herausforderung. 

Ein typischer Fall aus dem Vertriebsalltag 

Frau Weber leitet den Vertrieb eines technischen Großhändlers. In den letzten Jahren wurden nacheinander ein Online-Shop, eine EDI-Anbindung für die größten Kunden und eine Reporting-Lösung eingeführt – jeweils von unterschiedlichen Teams, zu unterschiedlichen Zeitpunkten, ohne gemeinsame Architektur. Die Folge: Preisänderungen müssen in drei Systemen einzeln gepflegt werden. Ein neuer Großkunde mit Punchout-Anforderung bedeutet ein komplett neues Integrationsprojekt. Niemand im Unternehmen hat einen vollständigen Überblick, welche Daten wohin fließen. 

Warum isolierte Digitalisierung an ihre Grenzen stößt 

E-Procurement, Auftragsbearbeitung und die zugrunde liegende Prozessmodellierung werden häufig als getrennte Projekte behandelt – mit eigenem Budget, eigenem Zeitplan, eigenem Verantwortlichen. Tatsächlich hängen alle drei eng zusammen: 

Bereich Isoliert betrachtet Im Zusammenspiel 
E-Procurement Punchout-Anbindung pro Kunde einzeln aufgebaut Standardisierte Anbindung an Einkaufssysteme wie Ariba, Coupa oder SAP 
Auftragsbearbeitung Bestellungen laufen an der Kernsystemlandschaft vorbei Direkt integriert, mit denselben Preis- und Bestandsdaten wie der Shop 
Prozessmodellierung Datenflüsse sind nicht dokumentiert oder nachvollziehbar Transparent steuerbar, inklusive kontrollierter Datenfreigabe pro Lieferant 

Viele Unternehmen scheitern bei der Digitalisierung nicht an der Technik selbst, sondern an fehlender Transparenz darüber, welche Prozesse überhaupt existieren, wie sie zusammenhängen und wer wofür zuständig ist. 

Was eine integrierte Lösung dafür leisten sollte 

Unabhängig vom gewählten Anbieter sollte eine Lösung für dieses Problem drei Dinge leisten: Beschaffungsprozesse in Echtzeit an bestehende Einkaufssysteme anbinden, Auftragsbearbeitung nahtlos mit denselben Daten wie der übrige Vertrieb versorgen, und Datenflüsse zwischen den beteiligten Systemen sichtbar und steuerbar machen – statt sie als unsichtbare Nebenwirkung einzelner Insellösungen hinzunehmen. 

Bei DIA-Software sind dafür drei Produkte aufeinander abgestimmt: DIAConnect bindet Einkaufssysteme und Punchout-Verbindungen an, DIASales, der B2B Online Shop, übernimmt die Auftragsabwicklung im Shop, und DIAInterlink macht die Datenflüsse zwischen allen beteiligten Systemen sichtbar und steuerbar – wie genau, haben wir in „Warum B2B-E-Commerce scheitert – und wie Datenqualität darüber entscheidet“ im Detail beschrieben. 

Kontrollierte statt pauschale Datenfreigabe 

Ein Aspekt wird bei der Integration häufig übersehen: Nicht jeder angebundene Lieferant oder Kunde sollte automatisch Zugriff auf alle Daten haben. Bei Bestands- oder Preisdaten ist eine granular steuerbare Freigabe – wer sieht was, in welchem Umfang – oft ebenso wichtig wie die technische Anbindung selbst. 

Fazit 

E-Procurement, Auftragsbearbeitung und Prozessmodellierung sind keine getrennten Digitalisierungsprojekte, sondern hängen unmittelbar zusammen – ein Zusammenhang, den auch aktuelle Studien zur B2B-Digitalisierung bestätigen. Wer diese Bereiche von Anfang an als zusammenhängendes System statt als Einzelprojekte plant, vermeidet die Insellösungen, die spätere Integration unnötig aufwendig machen. 

Häufige Fragen zur integrierten B2B-Digitalisierung 

Warum reicht es nicht, Beschaffung, Vertrieb und Prozesse einzeln zu digitalisieren?
Weil diese Bereiche in der Praxis eng zusammenhängen: Preisänderungen, Bestandsdaten und Kundeninformationen müssen über alle Systeme hinweg konsistent sein. Isolierte Digitalisierungsprojekte führen häufig zu Insellösungen, die nachträglich aufwendig verknüpft werden müssen. 

Was ist der Unterschied zwischen DIAConnect, DIASales und DIAInterlink in diesem Zusammenhang?
DIAConnect bindet Einkaufssysteme und Punchout-Verbindungen an, DIASales übernimmt die Auftragsabwicklung im Onlineshop, und DIAInterlink macht die Datenflüsse zwischen allen beteiligten Systemen sichtbar und steuerbar. 

Warum ist eine granulare Datenfreigabe bei der Systemintegration wichtig?
Weil nicht jeder angebundene Partner automatisch vollen Zugriff auf sensible Daten wie Preise oder Bestände haben sollte. Eine steuerbare, partnerspezifische Freigabe reduziert das Risiko, versehentlich zu viele Informationen weiterzugeben. 

Woran scheitert Digitalisierung im technischen Handel häufig, wenn nicht an der Technik?
Häufig an fehlender Transparenz über bestehende Prozesse – welche Datenflüsse existieren, wie sie zusammenhängen und wer dafür verantwortlich ist. Ohne dieses Prozessverständnis bleibt auch technisch gute Software wirkungslos. 

Quellen 

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